Werden wir unsere Gemeideschulden wieder los?

Das Thema Schulden in öffentlichen Haushalten, wie dem unserer Gemeinde, wird kontrovers diskutiert. In Privathaushalten kann niemand dauernd über siche Verhältnisse leben und Schuldenberge anhäufen, für die er früher oder später nicht mehr aufkommen kann. Wer investiert indem er z.B. ein Eigenheim baut, pant seine Schulden mit den dazugehörenden Zinsen zurückzuzahlen. Wer über kein entsprechendes Einkommen verfügt, kann sich so auch keine Schulden leisten.

Ganz anders ist die Haltung des Staates gegenüber diesem Thema. Investitionen werden zu großen Teilen durch Schulden finanziert, weil sie notwendig erscheinen und aus Sicht der Mehrheit der Bevölkerung auch notwedig sind. Auf Bundesebene sind das derzeit Investitionen in unsere Verteidigung und Infrastruktur. Auf Gemeindeebene nehmen wir sogar Schulden auf, um unsere laufenden Ausgaben wie Personalkosten und Kreisumlage stemmen zu können. Wenn wir keinen Plan für eine Reduzierung dieser Schulden haben, wird der Bereich Zinsen in unserem Haushalt zunehmen und so unsere Handlungsfähigkeit immer mehr einschränken. Anders als auf Bundesebene können wir nicht Schulden mit neuen Schulden tilgen, sondern werden durch die Rechtsaufsicht früher oder später zu noch stärkeren Sparmaßnahmen gezwungen werden, wenn wir das nicht rechtzeitig selbst in die Wege leiten.

Dauerhaft über die Verhältnisse leben ist für eine Gemeinde keine Option, wenn sie langfristig ihre Eigenständigkeit erhalten will. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir mit dem auskommen was wir haben. Das kann auch weniger sein, als wir in der Vergangenheit hatten, selbst wenn das nach Jahrzehnten mit Wirtschaftswachstum und friedlichem Miteinander in Europa schwer einzusehen ist. Es wird spannend werden, ob und wie wir den Gürtel in den Ortsteilen unserer Gemeinde enger schnallen können. Hier braucht es jenseits von Verteilungskämpfen ein Weitblick und ein fairer Umgang mit den begrenzten Mitteln.

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